9. Die alte Kirche St. Martin

Ende der 1960er Jahre droht der damals etwa 500 Jahre alten Kirche nach dem Neubau der neuen St.-Martin-Kirche der Abriss. Dass sie heute noch steht, ist dem Einsatz von Aystetter Bürgerinnen und Bürgern und Denkmalschützern zu verdanken!

Der Ursprung der Kirche geht bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Um 1475 wird ein erster Kirchenbau errichtet, 1566 wird der Turm um zwei Stockwerke erhöht und mit einer Uhr versehen.

Nach den Verwüstungen des 30-jährigen Krieges wird die Kirche 1685 wieder instandgesetzt und 1730 erweitert. Eine Sakristei wird angebaut, das Langhaus nach Westen erweitert und erhöht, die Fenster werden vergrößert und das Kircheninnere wird im Stil der Zeit barock umgestaltet.

Mitte des 19. Jahrhunderts bekommt die Kirche mit dem Einbau einer Doppel-Empore eine Orgel und etwa 30 Jahre später werden neuromanische Seitenaltäre eingebaut, deren Gemälde von Andreas Merkle aus Hammel angefertigt werden.

Die von der Freiwilligen Feuerwehr Aystetten gestifteten Glasbilder werden 1887 eingebaut.

1911 beginnt die Generalsanierung der Kirche, in deren Zuge die Kirche einen neobarocken Hochaltar von Carl Port bekommt, dessen Gemälde des heiligen Martin von Gebhart Fugel stammt.

Nachdem der drohende Abriss abgewendet werden kann, beginnt 1977 mit tatkräftigem Einsatz vieler Freiwilliger die Instandsetzung und gründliche Renovierung der Kirche.

Zwei der ursprünglich drei Kirchenglocken werden 1966 in die neue St.-Martin-Kirche überführt, sodass seitdem nur noch die sogenannte Maria-Anna-Glocke aus dem Jahre 1925 die vollen Stunden anzeigt. Für den Viertelstundenschlag diente lange Zeit eine leere Gasflasche, die noch heute oben im Kirchturm hängt.

Quellen:
09 Historische Informationen: - R. Kankowski: Aystetten, eine Chronik, BBK-Verlag 1990; - H.-P. Schmatz, Die alte St. Martin geweihte Pfarrkirche in Aystetten, Festschrift 2015
091 Tafel: Josef Dorner; 092 Tonaufnahme/Mischung: ISSA Musik Augsburg; 093 Sprechtext/Sprecher: Jörg Stuttmann; 094 Foto: Josef Dorner; 095 Foto: Josef Dorner; 096 Foto: Josef Dorner; 097 Foto: Josef Dorner; 098 Historisches Foto: privat; 099 Stich: privat