19. Die Aystetter Mühle

In seiner Beschreibung schwäbischer Dörfer und Städte berichtet Johann Lambert Kolleffel 1750 von der Aystetter „Mahl-Mühle mit nur einem überschlechtigen Rad treibet, Sommers-Zeiten aber der Müller wegen Mangel des Wassers offt gar nicht mahlen kann“.

Um Abhilfe zu schaffen, zweigt man in der heutigen Bahnhofstraße vom Mühlbach einen Kanal ab, der das Wasser mit geringem Gefälle entlang des Waldrandes bis zu einem Teich oberhalb der Mühle führt.

War der Teich vollgelaufen, wurde das Wasser abgelassen, das nun im sogenannten „Schwallbetrieb“ von oben auf das Mühlrad floss, deshalb über- oder oberschlächtig. Das Mühlrad setzte sich in Bewegung und so konnte wieder Korn gemahlen werden.

Wann der Mühlenbetrieb eingestellt wurde, lässt sich leider nicht mehr sagen, spätestens aber um 1900, als mit dem Bau der Weldenbahn die Verbindung zwischen Mühle und Mühlteich durchtrennt wurde.

Quellen:
19 Historische Informationen: - R. Kankowski: Aystetten, eine Chronik, BBK-Verlag 1990
191 Tafel: Josef Dorner; 192 Tonaufnahme/Mischung: ISSA Musik Augsburg; 193 Sprechtext/Sprecher: Jörg Stuttmann; 194 Flurkarte: Landesamt für Vermessung, Augsburg; 195 Stich: Kolleffel, Herausgeber Robert Pfaud; 196 Foto: privat; 197 Foto: privat; 198 Foto: privat; 199 Foto: privat