17. Das Aystetter Schloss
Seit wann es in Aystetten ein Schloss gab, lässt sich heute nicht mehr genau ausmachen.
1428 wird in der ersten urkundlichen Erwähnung Aystettens Lienhard Langenmantel, der das Dorf von seiner Schwester geerbt hat, als Grundherr im Lehensbuch des Augsburger Bischofs aufgeführt. Seit dieser Zeit ist das Schloss in Besitz verschiedener Augsburger Patrizierfamilien, mit einer kurzen Unterbrechung von 1560-1583, als sich das Schloss im Besitz des Klosters Heilig Kreuz befand.
Bis 1487 bleibt es im Besitz der Langenmantel von Radau, dann folgen die Eggenberger bis 1541 und die Herwart bis 1560.
Nach dem Kloster Heilig Kreuz übernimmt Anton Fugger der Jüngere 1583 das Anwesen, das dann 1615 an die Familie Fleckhaimer verkauft wird, in deren Besitz sich das Schloss bis 1693 befindet.
Im 30-jährigen Krieg wird das Schloss weitgehend zerstört und der Familie Fleckhaimer fehlen die Mittel, um es wieder aufzubauen. So wird das Anwesen 1693 an Leonhard Carl Sulzer verkauft, der das Schloss und die Wirtschaftsgebäude wieder aufbaut.
Er stattet das Schloss mit opulenten Stuckdecken aus, die sich bis heute in der ersten Etage des älteren Südteils erhalten haben.
1718 bis 1729 sind die Langenmantel von Radau kurzzeitig wieder Besitzer des Anwesens. Danach wird es von Christian von Münch erworben, der das Schloss in nördliche Richtung um über das Doppelte erweitert und Gärten im französischen Stil anlegen lässt. Zudem entsteht im älteren, südlichen Teil unter der Regie von Christian von Münch das berühmte Porzellanzimmer mit seinen Chinoiserie-Kacheln und der feinen Rokoko-Stuckdecke, in der sich das von Münch'sche Wappen befindet.
Auf zwei Kachelfeldern befinden sich Darstellungen des Aystetter Schlosses vor seiner Erweiterung. Das ovale Reliefportrait mit dem seitlichen Konterfei Christian von Münchs befand sich ursprünglich in einem kleinen Denkmal für den Schloss- und Dorfherrn, das etwa dort stand, wo sich heute die Schule befindet.
Seit 1858 ist das Schloss im Besitz der Familie von Stetten und wird in den 1990er Jahen unter Wolf von Stetten umfangreich renoviert.
Quellen:
17 Historische Informationen: - R. Kankowski: Aystetten, eine Chronik, BBK-Verlag 1990
171 Tafel: Josef Dorner; 172 Tonaufnahme/Mischung: ISSA Musik Augsburg;
173 Sprechtext/Sprecher: Jörg Stuttmann; 174 Stich Krauss 1740: privat;
175 Foto: Josef Dorner; 176 Foto: Josef Dorner; 177 Foto: Josef Dorner;
178 Wappen: Familie von Stetten






