16. Die „Steinguth-Fabrique Louisensruh“

Am 22. Dezember 1808 erhält Balthasar von Hößlin die Konzession zum Bau einer Steingutfabrik in Aystetten, nachdem bereits im Jahr zuvor ein Steinzeugtöpfer mit dem Aufbau der Manufaktur begonnen hatte.

In unmittelbarer Nähe konnte gute Tonerde abgebaut werden und der Wald lieferte das Brennmaterial.

Neben einem Schlämmhaus zur Aufbereitung des Tons und einem Werkstattgebäude mit Töpferei wird ein Brennofen nach ,,Koblenzer Art" und ein sogenannter „englischer Ofen“ errichtet, deren Grundmauern bei archäologischen Grabungen 1986 freigelegt und dokumentiert wurden.

Hergestellt werden neben Töpfen, Schüsseln und Krügen aller Art auch Henkelflaschen für Mineralwasser und Rohre für Wasserleitungen.

Das Unternehmen ist von Anfang an erfolgreich, wovon auch eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 100.000 Stück kündet.

Als die Tochter, Rosina von Hößlin 1815 ihren Vetter Eduard Friedrich Balthasar von Hößlin heiratet, wird ihr als „Heiratsgut" die Steingutfabrik überschrieben, doch der Vater leitet das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahre 1845 weiter.

Danach wird die Fabrik an Hafnermeister Mathias Schwarz aus Aystetten verpachtet.

1867 war der große ,,englische Ofen" baufällig und eine Instandsetzung schien nicht mehr rentabel, woraufhin der Betrieb eingestellt und die Gebäude abgerissen wurden.

Der Sohn des Pächters, Anton Schwarz, errichtet danach an der heutigen Bahnhofstraße in Aystetten eine eigene Tonrohrfabrik.

Quellen:
16 Historische Informationen: - R. Kankowski: Aystetten, eine Chronik, BBK-Verlag 1990; - Wolfgang Czysz, „Steinguth-Fabrique Louisensruh“, Kulturkreis Neusäß e.V., 1992
161 Tafel: Josef Dorner; 162 Tonaufnahme/Mischung: ISSA Musik Augsburg; 163 Sprechtext/Sprecher: Jörg Stuttmann; 164 Aquarell 1813: privat; 165 Foto: Kulturkreis Neusäß e.V.; 166 Foto: Kulturkreis Neusäß e.V.; 167 Foto: Kulturkreis Neusäß e.V.; 168 Hist. Schrift: Staatsarchiv Augsburg