15. Das Schlösschen Louisenruh

1785 schenkt der damalige Aystetter Schlossherr, Christian II. von Münch, seinem 26-jährigen Freund Sebastian Balthasar von Hößlin ein Grundstück am nördlichen Waldrand oberhalb des Dorfes.

Zuerst lässt Balthasar von Hößlin 1793 für sich und seine Frau Louise Charlotte, geborene von Schnurbein, hier ein kleines strohgedecktes Fachwerkhäuschen errichten und legt einen Garten an.

Und schon damals wird das Anwesen nach seiner Frau „Louisens Ruh“ genannt.

Nach und nach kauft Balthasar von Hößlin weitere angrenzende Grundstücke dazu und lässt 1796/97 das bis heute kaum veränderte Gartenschlösschen und etwas später ein stattliches Ökonomiegebäude errichten.

Hier verlebt die Familie - oft mit gerngesehenen Gästen - die Sommermonate.

1808 gründet Balthasar von Hößlin in unmittelbarer Nähe die „Steinguth-Fabrique Louisensruh", von der Sie an der nächsten Station mehr erfahren werden.

Unter den vielen namhaften Gästen auf Louisenruh befanden sich unter anderem auch der spätere Kaiser Napoléon III., der mit seiner Mutter, Hortense de Beauharnais, von 1817 bis 1823 in Augsburg lebte und Schüler des Anna-Gymnasiums war.

Bis 1914 nutzt eine Enkelin Balthasar von Hößlins Louisenruh als Sommersitz. Danach geht das Anwesen in den Besitz einer Erbengemeinschaft über.

Die verkauft es genau 100 Jahre später an den heutigen Besitzer, der das marode gewordene Anwesen umfassend saniert und renoviert und das unvollständig gebliebene Ökonomiegebäude mit einem Anbau vervollständigt.

Die behutsamen und umfangreichen Arbeiten wurden mit dem Denkmalpreis des Bezirks Schwaben ausgezeichnet.

Quellen:
15 Historische Informationen: - B. Zieser, Luisensruh, Schrift der Erbengemeinschaft Luisensruh, 1987; - R. Kankowski: Aystetten, eine Chronik, BBK-Verlag 1990
151 Tafel: Josef Dorner; 152 Tonaufnahme/Mischung: ISSA Musik Augsburg; 153 Sprechtext/Sprecher: Jörg Stuttmann; 154 Aquarell 1842: privat; 155 Aquarell 1813: privat; 156 Postkarte 1910: Verlag J.J. Brack, Augsburg; 157 Foto: privat