13. Die Ortschronik Aystetten
Schon vor über 1.000 Jahren wird im 8. bis 10. Jahrhundert am Aystetter Berg Eisenerz abgebaut und verhüttet, wie noch heute sichtbare Trichtergruben im Wald belegen.
Vermutlich aus dem Aystetter Tal greifen die Ungarn im Vorfeld der berühmten „Schlacht auf dem Lechfeld” im Jahre 955 das Heer von König Otto I. an.
Mit der zweiten Rodungsperiode wird im 10. Jahrhundert der Wald im Aystetter Tal abgeholzt und die ersten Aystetter und Aystetterinnen siedeln sich dauerhaft an.
Aber erst 1428 wird Aystetten als Lehen der Langenmantel von Radau im Lehensbuch des Augsburger Bischofs erstmals urkundlich genannt und in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird auch die alte St. Martins-Kirche in ihrer ersten Ausbaustufe errichtet.
1584 entsteht eine erste detaillierte Bestandsaufnahme des landwirtschaftlich geprägten Ortes, der im 30-jährigen Krieg nahezu vollständig zerstört wird.
1729 erwirbt Bankier Christian von Münch mit dem Dorf auch das 1487 erstmals urkundlich erwähnte Schloss, das er wesentlich vergrößern und Gärten im französischen Stil anlegen lässt.
1848 wird das Lehenssystem abgeschafft, wodurch Bauern und Hausbesitzer eigenen Grund erwerben können und Landwirtschaft und Gewerbe aufblühen.
1858 erwirbt die alteingesessene Augsburger Patrizierfamilie von Stetten Schloss und Gut Aystetten und 1876 errichtet die Gemeinde das erste Schulhaus.
Mit dem Bau der Weldenbahn wird Aystetten 1903 an das Schienennetz angebunden, womit sich durch die Ansiedlung von Gewerbe und Fabriken und den einsetzenden Ausflugsverkehr ein bedeutender wirtschaftlicher Aufschwung ergibt.
Am 10. April 1945, also kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges, wird ein Zug der Weldenbahn am Aystetter Bahnhofvon Bomben getroffen. 34 Menschen kommen ums Leben und viele werden verletzt.
Zwischen den 1950er und 1980er Jahren und darüber hinaus setzt im Ort eine rege Bautätigkeit ein und die Einwohnerzahl verdreifacht sich.
In den Jahren 1966 und 67 entsteht mit dem Neubau von Schule und Gemeindeverwaltung zusammen mit der neuen St. Martins-Kirche eine neue Ortsmitte.
1975 entgeht Aystetten der Eingemeindung nach Neusäß und bleibt eigenständig.
1986 stellt die Weldenbahn ihren Betrieb ein und auf der Trasse entsteht ein Rad- und Wanderweg, der 1990 seiner Bestimmung übergeben wird.
Quellen:
09 Historische Informationen: - R. Kankowski: Aystetten, eine Chronik, BBK-Verlag 1990;
- H.-P. Schmatz, Die alte St. Martin geweihte Pfarrkirche in Aystetten, Festschrift 2015
091 Tafel: Josef Dorner; 042 Tonaufnahme/Mischung: ISSA Musik Augsburg; 043 Sprechtext/Sprecher: Jörg Stuttmann;
094 Foto: Josef Dorner; 095 Foto: Josef Dorner; 096 Foto: Josef Dorner; 097 Foto: Josef Dorner;
098 Hist. Foto: privat; 099 Stich: privat







